Konzert im Bildungshaus Bezau
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Ländle-Tour, die zweite:
Auch hier machen wir es kurz: Die Zeitungskritik der Vorarlberger Nachrichten zu diesem Konzert:
Scharf auf Akzente - Nicht einmal im Largo kennt "Feuerhaus Gnade"
Bezau (VN-cf) "Feuerhaus soll sich nicht zu einem Orchester entwickeln , sonder zu einer Marke" sagte Dirigent Hans-Peter Manser im Vorfeld der beiden Konzerte am Mittwoch und Donnerstag. Nun, Marken brauchen Profil, und davon hat man bereits einiges gesehen.
Was war denn [...] im Bildungshaus Bezau so anders als bei herkömmlichen Konzerten? Nun, es gab weder schultergepolsterte Schwarze mit Krawatten und andere Einschnürungen, noch steife und oder gar gelangweilte Gesichter, sondern freundlich helle Baumwollstoffe und eine kommunikative Haltung zu Publikum. "Feuerhaus versteht auch was vom wirkungsvollen Auftritt: "Feuerhaus" verzichtet auf das obligate Stimmritual und beginnt sofort mit der Musik, nimmt sein Lieblingsthema des Konzertabends und läutet sich damit sozusagen selbst ein. Der lässige 7/8-Takt stammt aus Werner Pirchners "Soirée Tyrolienne". [...]
Brilliante Struhal
Neben diesen außerlichen Symbolen bemühen sich die jungen Musiker natürlich um musikalische Gustos. Besonders leicht zu fallen schien dies der Solistin des Abends, Gerda Struhal. Brilliant und klar holt sie Linien aus Mozarts Klavierkonzert Nr. 13 in C-Dur heraus, zieht fast unmerklich an, um im entscheidenden Moment wieder loszulassen und hält den Zuhörer bis zum Schluss in Atem. [...] (Man kann) diesem bläserdominierten Zusammenklang etwas urig Bäuerliches abgewinnen, das sich vor allem bei Werner Pirchner gut macht. Unverdorben und lebendig lassen sich die Musiker auf das Spiel mit den Tirolerischen und Österreichischen Eigenheiten ein. [...]
Intelligenz hat Witz
Einen ähnlich intelligenten Witzbold präsentierte das Orchester nach der Pause: Josef Haydn, Sinfonie Nr. 88. Manser kostet jeden Akzent bis zum Gehtnichtmehr aus, lässt mitunter die Zeit dazwischen stehen, um, wenn es sein soll, wieder in hoch virtuoses Tempo zu verfallen. [...] Natürlich ist ein Menuett dieses Formats wie geschafffen für ein Orchester, das so auf rhythmische Nuancen steht. Ein feuriges Finale jagt von einem Impuls zum nachsten [...] (Christina Fussenegger)
Vorarlberger Nachrichten, 23. 8. 2003
Ort: Bildungshaus Bezau | Vorarlberg
Zeit: Donnerstag, 21. 8. 2003 | 20.15 Uhr
Scharf auf Akzente - Nicht einmal im Largo kennt "Feuerhaus Gnade"
Bezau (VN-cf) "Feuerhaus soll sich nicht zu einem Orchester entwickeln , sonder zu einer Marke" sagte Dirigent Hans-Peter Manser im Vorfeld der beiden Konzerte am Mittwoch und Donnerstag. Nun, Marken brauchen Profil, und davon hat man bereits einiges gesehen.
Was war denn [...] im Bildungshaus Bezau so anders als bei herkömmlichen Konzerten? Nun, es gab weder schultergepolsterte Schwarze mit Krawatten und andere Einschnürungen, noch steife und oder gar gelangweilte Gesichter, sondern freundlich helle Baumwollstoffe und eine kommunikative Haltung zu Publikum. "Feuerhaus versteht auch was vom wirkungsvollen Auftritt: "Feuerhaus" verzichtet auf das obligate Stimmritual und beginnt sofort mit der Musik, nimmt sein Lieblingsthema des Konzertabends und läutet sich damit sozusagen selbst ein. Der lässige 7/8-Takt stammt aus Werner Pirchners "Soirée Tyrolienne". [...]
Brilliante Struhal
Neben diesen außerlichen Symbolen bemühen sich die jungen Musiker natürlich um musikalische Gustos. Besonders leicht zu fallen schien dies der Solistin des Abends, Gerda Struhal. Brilliant und klar holt sie Linien aus Mozarts Klavierkonzert Nr. 13 in C-Dur heraus, zieht fast unmerklich an, um im entscheidenden Moment wieder loszulassen und hält den Zuhörer bis zum Schluss in Atem. [...] (Man kann) diesem bläserdominierten Zusammenklang etwas urig Bäuerliches abgewinnen, das sich vor allem bei Werner Pirchner gut macht. Unverdorben und lebendig lassen sich die Musiker auf das Spiel mit den Tirolerischen und Österreichischen Eigenheiten ein. [...]
Intelligenz hat Witz
Einen ähnlich intelligenten Witzbold präsentierte das Orchester nach der Pause: Josef Haydn, Sinfonie Nr. 88. Manser kostet jeden Akzent bis zum Gehtnichtmehr aus, lässt mitunter die Zeit dazwischen stehen, um, wenn es sein soll, wieder in hoch virtuoses Tempo zu verfallen. [...] Natürlich ist ein Menuett dieses Formats wie geschafffen für ein Orchester, das so auf rhythmische Nuancen steht. Ein feuriges Finale jagt von einem Impuls zum nachsten [...] (Christina Fussenegger)
Vorarlberger Nachrichten, 23. 8. 2003
Ort: Bildungshaus Bezau | Vorarlberg
Zeit: Donnerstag, 21. 8. 2003 | 20.15 Uhr