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E-Werk

Klassik in der Großraumdisco: Glitzerkugeln statt Blumenschmuck, Sofas statt Stuhlreihen.
Um es kurz zu machen: Hier die Zeitungskritik dieses "Konzerts":

Elektroklavier statt Flügel - von Anna Mika

Es ist vielleicht nicht so besonders, Musik von Mozart und Haydn in einer Bar zu genießen. Aber wenn diese Musik live gespielt wird, und wenn die MusikerInnen noch dazu fabelhafte Musik machen - das hat was.
"Die alten Meister waren ja auch alle auf ihre Art wilde Hunde", meinte ein Musiker im Gespräch. In der Bar mit dem Namen E-Werk in Andelsbuch hörte man am Mittwoch abend das junge Ensemble "Feuerhaus" unter dem Dirigenten Hans-peter Manser aus Bezau mit dem Klavierkonzert Nr. 13 in C-dur von Mozart, die Sinfonie Nr. 88 in G-Dur von Joseph Haydn und dazwischen die "Soirée Tyrolienne" von Werner Pircher.
"Feuerhaus" begeisterte

Natürlich hatte die Pianistin Gerda Struhal in dieser Bar keinen Konzertflügel zur Verfügung. Doch was sie aus dem kleinen Elektroklavier herausholte, war enorm. Das sang, das perlte und da stimmte jede Dynamik und jede Phrasierung. Pirchners liebevolle Parodie auf das Landleben in Tirol einschließlich dem Schlagen einer Axt und dem Muhen der Kühe - diese Suite von Ländlern und Zwiefachen in schräger Tonalität machte Publikum und MusikerInnen besonders Spaß.
Schließlich bündelten sich bei Haydns Sinfonie noch einmal alle Besonderheiten dieses kessen jungen Ensembles. Die Besetzung mit solistischen Streichern und den üblichen Bläsern machte den Klang frech. Auch formulierten sie ihre Musik beredt, sozusagen "historically informed", und sind doch Lichtjahre entfernt von akademischer Rechthaberei. Kurz gesagt, sie waren blendende MusikerInnen und dabei so locker und frisch wie ihr Outfit und ihr Konzertort.

NEUE Vorarlberger Tageszeitung, 22. 8. 2003